Samstag, 1. September 2018

Ciudad Perdida - Tag 4




Aus unserer Gruppe hatte es leider fünf Leute erwischt. Aber trotzdem mussten wir weiter und dieser Tag war heftig. Es war wieder heiß, es war wieder schwül, einige Leute fühlten sich nicht gut und wir mussten viele lange Aufstiege meistern. Auch gab es wieder eine leckere Erfrischung (Guavensaft und ein kleiner Schokokuchen) und sogar wieder die Möglichkeit zu baden. Diese hat nur fast keiner genutzt, weil alle zu fertig waren.


Wir schafften es bis El Mamey zurück,  dort gab es Mittagessen und wir fuhren zurück nach Santa Marta. Von dem letzten Tag gibt es auch fast keine Bilder, da der Tag einfach zu anstrengend war..

Aber wir waren glücklich es geschafft zu haben, wir sind an Grenzen gegangen und es hat sich wirklich gelohnt!
Jetzt ruhen wir uns noch einen weiteren Tag in Santa Marta aus, bevor es tiefer in die Karibik geht. Next stop: Palomino


Ciudad Perdida - Tag 3

Tag 3:

4:00 Uhr: Aufstehen

4:30 Uhr: Frühstück

Bei Dämmerung: Anmarsch
Heute war der große Tag gekommen, es ging in die Ciudad Perdida. Dies setzte einen kleinen Fußmarsch voraus, eine Flussdurchquerung und einen Aufstieg über 1.600 Mini-Stufen, die so schmal waren, dass man gefühlt nur mit der Fußspitze drauf treten konnte. Oben angekommen bot sich uns ein atemberaubender Blick. Überall runde Terrassen und rundherum nur Bäume, am Horizont der Sonnenaufgang  blauer Himmel. Es war wirklich toll! Als die Stätte erbaut wurde, standen auf den Terrassen Häuser, es wurden Rituale abgehalten, bis irgendwann die Spanier ankamen und mit der indigenen Bevölkerung Handel getrieben haben. Irgendwann hat die Bevölkerung realisiert, dass das ganze ein ziemlich unfaires Geschäft gewesen ist. Sie weigerten sich weiter mit ihnen Geschäfte zu machen und wurden daraufhin angegriffen. Sie mussten die Stadt aufgeben und zogen sich weiter in den Dschungel zurück. Jahre später haben Schatzgräber die Stadt entdeckt, sie vermuteten Gold und fanden auch welches in den Terrassen, denn die Toten der Tayrona-Kultur wurden mit Grabbeigaben unter den Häusern vergraben. Viele Schätze und Nachweise sind deshalb verschwunden.

Heute leben noch Nachfahren dieser Kultur in dem Gebiet. Es gibt vier Stämme mit insgesamt ca. 23.000 Mitgliedern.
Auch hier konnten wir einen Snack genießen und dann hieß es auch schon wieder zurück zum Camp und Mittagessen. Es war 10:20 Uhr als wir mit dem Essen fertig waren und kurz danach ging es auch schon weiter. Die Strecke zum nächsten Camp war ganz ok zu laufen, zwar anstrengend, aber noch gut zu schaffen. Und das beste war: wir waren im Camp bevor es anfing zu regnen und wir hatten sogar noch Zeit im Fluss schwimmen zu gehen.
Bis zum Abendessen war auch noch alles gut und dann ging es plötzlich los .. Einige Leute fühlten sich unwohl und hatten Magenkrämpfe, es schien, als hätten manche das Essen nicht vertragen. Aber es waren nur sehr wenige aus dem Camp bis dahin.

Währenddessen hatten wir noch die Möglichkeit mit einem Mitglied der Kogi-Kultur zu sprechen, einem Nachfahren der Tayrona. Das war sehr interessant und wir konnten viel erfahren.


Wir haben noch eine Weile Karten gespielt und dann ging es ins Bett. Über die Nacht hat es leider noch mehr erwischt, denen es übel ging, unter anderem Marvin. Es hatte sich im Camp wohl ein Magen-Darm-Virus verbreitet. Unsere Guides versuchten so gut es geht zu helfen, aber am nächsten Tag stand allen noch ein 14 Kilometer Fußmarsch bevor.





















Ciudad Perdida - Tag 2

Tag 2:

5:00 Uhr: Aufstehen

5:30 Uhr: Frühstück

6:00 Uhr: Abmarsch

Abmarsch hieß auch leider wieder ab in die nasse Hose, in das nasse t-shirt und natürlich in die nassen Socken, denn über die Nacht ist wegen der hohen Luftfeuchtigkeit nichts, aber auch rein gar nichts getrocknet. Naja hilft alles nichts und nach einer Zeit gewöhnt man sich dran. Schön war es, den kühlen Morgen zu genießen, es war noch nicht zu heiß und es wehte eine kühle Brise. Leider hat sich das relativ schnell geändert. Es wurde heiß und richtig schwül. Zum Glück war der Weg relativ angenehm zu laufen, es ging mal hoch, mal runter und mal einfach nur geradeaus. Bald erreichten wir auch das Camp, in dem wir zu Mittagessen sollten, aber vorher nutzen wir die Gelegenheit zu einer Abkühlung im nahe gelegenen Fluss. Nach dem Mittagessen ging es dann weiter und hätte ich geahnt was mich erwartet wäre ich wahrscheinlich umgedreht. Alles fing harmlos an, bis der nächste Aufstieg los ging. Über Stock und Stein ging es kurvenreich immer weiter nach oben, der Schweiß lief (so viel geschwitzt wie auf diesem Trek hab ich noch nie vorher!) und es hieß immer nur, einfach weiter laufen und bloß nicht aufhören!

Nach einer gefühlten Ewigkeit hatten wir es geschafft und es gab eine leckere Obsterfrischung. Aber wir wollten dieses Mal dem Regen aus dem Weg gehen, deswegen hieß es auch schnell weiter zum nächsten Camp. Zu Beginn liefen wir noch mit vier Australiern, aber bald waren wir schneller als sie, wir legten den Turbo ein. Und dann fing es an leicht zu regnen. Wir bogen um die nächste Kurve und sahen ein Camp. Wir freuten uns, wir waren happy, wir hatten es gerade so geschafft, super mit der Zeit abgestimmt. Das Camp kam näher, wir sahen Menschen, aber keinen aus unserer Gruppe, kein Marvin, kein Fernando, nur fremde Gesichter. Das war nicht unser Camp, wir mussten weiter. Naja, der Regen war ja noch nicht so stark, also los geht's. Nach fünf Minuten kamen wir an einen Fluss, dort war endlich ein Teil unserer Gruppe zu sehen und alle saßen am Ufer und zogen sich die Schuhe aus. Es hing nur ein Seil von einem Ufer zum anderen.

Flußüberquerung

Also Schuhe aus, Socken aus, Hose hochgekrempelt und los! Markus hat es gut geschafft, Marvin auch, ich stand leider bis Mitte meiner Oberschenkel im Wasser und soweit hochgekrempelt war meine Hose leider nicht... Tja die Hose war aufs Neue nass, aber es regnete ja eh. Ich hätte froh um den Regen sein sollen, denn was danach alles vom Himmel kam war extrem. Es schüttete aus Eimern, wir waren innerhalb von Sekunden patschnass, und die schlechte Nachricht : bis zum Camp noch 30 Minuten am Fluss entlang. In diesen 30 Minuten bin ich nur noch gelaufen, ohne groß nachzudenken, ich konnte mich noch nicht mal mehr an den Weg erinnern, ich habe nur noch funktioniert.


Aber auch das hatte ein Ende, wir waren im Camp, es gab gutes Essen, wie spielten Karten und wir fielen hundemüde ins Bett (mit dem Bett hatten wir Glück, denn einige mussten auf Grund von Platzmangel auch in Hängematten schlafen..).














Ciudad Perdida - Tag 1

Wir sind gestern wieder von unserem Trekking zurück gekommen. Völlig ausgelaugt, voller Mückenstiche und leider teilweise auch nicht ganz gesund, aber alles der Reihe nach...

Tag 1:
Am ersten Tag wurden wir um halb neun am Hostel abgeholt und es ging zu der Agentur, die uns in die Sierra Nevada und die Ciudad Perdida begleiten sollte. Dort angekommen stellten wir fest, dass noch richtig viele andere die Tour machen wollten, da die Ciudad Perdida im September für einen Monat schließt und alle noch den letzten Termin nutzen wollten. Die Stätte schließt für einen Monat, damit die indigene Bevölkerung ihre Opferrituale ausführen kann.
Als alle Gruppen eingeteilt waren ging es mit Jeeps los in den Park. Nach zwei Stunden Fahrt erreichten wir den Startpunkt des Trekkings: El Mamey. Dort stärkten wir uns mit einem deftigen Mittagessen und los ging die Tour. Erstmal nur bergauf, wenig Schatten, viel Sonne und noch mehr Gewächshaus-Feeling. Auf halber Strecke nach oben, konnten wir uns mit einem frisch gepressten O-Saft stärken. Wir waren ziemlich glücklich als wir endlich oben am Gipfel standen und die wunderschöne Aussicht genießen konnten. Aber wir mussen schnell weiter, denn der Himmel zog zu und für gewöhnlich regnet es am Nachmittag immer. Tja, und das tat es dann auch... Und wie! Der vormals angenehme Weg aus Lehm und Sand verwandelte sich in einen glitschigen Fluss und den mussten wir irgendwie runter kommen. Manche haben es gut geschafft, manche sind leider mehr auf dem Hosenboden gerutscht, denn gelaufen. Wir sind alle angekommen, aber bis auf die Unterhose nass.
Im Camp haben wir dann erstmal die Duschen aufgesucht (die waren leider ziemlich kalt) und uns frische Sachen angezogen. Bald gab es essen, wir spielten noch ein bisschen Karten mit Roman (einem Berliner, der mit in unserer Gruppe war) und um neun Uhr ging das Licht aus, zwecks Strom sparen. Also ab in die Heia (die bestand aus mit Moskitonetzen geschützten Hochbetten, die in einer langen Reihe aufgestellt waren).















Dienstag, 28. August 2018

Kurzes Statusupdate

Hallo zusammen, wir sind inzwischen an der Küste in Santa Marta und befinden uns gerade auf dem Sprung zu einer Trekkingtour in die Sierra Nevada zur Ciudad perdida.

Lange Rede kurzer Sinn, ich melde mich in vier Tagen wieder!

Montag, 27. August 2018

Botanischer Garten und die Comuna 13

Heute hatten wir wieder einiges auf dem Plan. Nach dem Frühstück ging es los in den Botanischen Garten von Medellín. Markus hatte gelesen, dass der super schön sein soll, keinen Eintritt kostet und es sich wirklich lohnt dort vorbei zu schauen.

Also ab in die Metro und los geht's. An der Station Universidad sind wir ausgestiegen und dank meiner Navigationskünste erstmal zehn Minuten in die falsche Richtung gelaufen. Naja egal, wir hatten dann den richtigen Weg gefunden und standen dann vor dem Eingang.

Auf dem Plan hörte sich alles super gut an, Orchideen-Haus, Schildkrötensee und Schmetterlings-Garten. Wir sind einfach mal der Nase nach und ja was soll ich sagen, wir waren ziemlich enttäuscht. Klar, am See gab es ein paar Schildkröten, auch Leguane haben wir zwei gesehen. Das Orchideen-Haus war architektonisch auf jeden Fall interessant, aber die Orchideen waren einfach in ihren Töpfen ein bisschen angeordnet und das wars auch schon.

Der ganze Park hätte sehr schön sein können  allerdings bräuchte der mal wieder richtig Pflege. Nach der Besichtigung sind wir wieder in die Metro gesprungen und nach San Javier gefahren.

Dort sollte die nächste Free Walking Tour losgehen. Wir haben uns noch mit Empanadas und Papas gestärkt und dann ging es los. Wir haben ein bisschen was über das Viertel gelernt. Die Comuna 13 wurde in den 60er Jahren erbaut und galt lange als Problemviertel, da sich linke Guérillas und rechte Paramilitärs bekriegt haben. Zwischen 1998 und 2002 gab es ganz viele Militäraktionen durchgeführt, um die Kontrolle wieder zu erlangen. Dabei gab es unzählige Tote und Verletzte. Mit der letzten Militäraktion am 16 Oktober 2002 konnte die Kontrolle zurück erlangt werden. Der kolumbianische Staat hat daraufhin viel Geld in den Ausbau des Viertels gesteckt. Inzwischen gibt es für alle Haushalte Elektrizität und fließend Wasser. Es wurden Bibliotheken mit kostenlosem Internet gebaut und ... Eine Rolltreppe die durch einen Großteil des Viertels durchzieht.

Nach der Tour ging es noch kurz zum Einkaufen, dann ins Hostel, duschen und nun kochen wir. Ich pflege meine Mückenstiche derweil, da heute Nacht eine oder mehrere Mücken sich an meinem Körper ausgetobt haben und mir als Geschenk ungefähr 30 Stiche hinterlassen haben ...

Einchecken müssen wir noch und unsere Koffer packen. Denn morgen geht es für uns an die Küste nach Santa Marta.